Viren für Windows & MacOS

windowsBei Windows gibt es Viren, aber Linux und MacOS-Geräte sind frei von Schadsoftware? Ganz so einfach sieht die Welt 2016 nicht mehr aus: Zahlreiche Trojaner, Würmer und andere boshafte Software macht auch Apple-Käufern das Leben schwer – wenngleich Windows nach wie vor der “Sieger” im Bereich der Virenanfälligkeit ist.
Virenanfälligkeit im Laufe der Zeit
Windows ist seit Jahrzehnten das oberste Ziel der Virenautoren. Von Klassikern wie WIN95.CIH bis hin zu modernen Bedrohungen, die in Form von Botnets meist unerkannt bleiben, haben es die Programmierer häufig auf das Betriebssystem von Microsoft abgesehen. Das liegt nicht etwa daran, dass Windows von sich aus besonders anfällig programmiert wurde: Spätestens seit Windows 7 handelt es sich um ein überaus robustes Betriebssystem, die beiden Nachfolger haben die Sicherheit weiter verbessert.

Stattdessen liegt es einfach an der Verbreitung: Die diversen Linux-Distributionen spielen im Endkundenbereich keine Rolle, allein Apple mit MacOS kann es auf nennenswerte Marktanteile bringen. Die Virenanfälligkeit von Windows hat also in erster Linie etwas mit dem hohen Verbreitungsgrad zu tun. Müssten Sie einen Virus logo-767610_1280für eine Zielgruppe aus zehn Personen programmieren, von denen neun Anwender auf Windows setzen, würden sie auch nicht lange überlegen, welchem Betriebssystem Sie den Vorrang geben.
Auch Apple wird Virenopfer
Nicht zuletzt beflügelt durch iPhone und iPad spielt Apple inzwischen aber wieder eine größere Rolle auf dem Desktop-Markt – und das haben auch die Virenautoren begriffen. Ein prominentes Beispiel von 2014 unterstreicht diese These: Das iWorm – Botnet konnte sich auf insgesamt etwa 18.500 Geräten mit MacOS X installieren und dadurch ein recht breites Publikum erreichen. Die Verbreitung des iWorm – Botnet geschah zu Beginn über die P2P-Plattform Bittorrent, auch die populäre Plattform Reddit spielte eine Rolle bei der Verbreitung des Wurms.

Die Methoden zur Verbreitung waren ähnlich wie unter Windows: Nach der Infektion hat sich das iWorm – Botnet in den automatischen Systemstart eintragen lassen und anschließend weiterverbreitet. Auf infizierten Rechnern könnte das iWorm – Botnet theoretisch dabei helfen, einen beliebigen Code auszuführen, weitere Daten herunterzuladen oder auch die Funktionen der Schadsoftware zu erweitern. Apple reagierte jedoch schnell und stellte aktualisierte Filter zur Verfügung, um das iWorm – Botnet noch während der Ausbreitung einzudämmen. Allerdings musste der Nutzer dafür ein Update von MacOS durchführen, die Gefahr der Virenanfälligkeit konnte von dem Unternehmen also nicht im Alleingang gebannt werden.
Sind Gegenmaßnahmen erforderlich?
Dieses Beispiel zeigt, dass Viren auf Macs kein Mythos, sondern Realität sind. Gleichzeitig darf auch nicht verheimlicht werden, dass das Risiko einer Infektion unter MacOS X deutlich geringer ist also unter Windows 7, 8 oder 10. Ein Antivirenprogramm muss daher nicht zwingend auch auf Apple-Geräten installiert werden, was auch bei einem Blick auf die Art und Weise der Verbreitung des iWorm – Botnet deutlich wird: Vireninfizierte Programme über P2P-Anwendungen herunterzuladen, gehört sicherlich nicht zum sicheren Umgang mit dem Mac. Virenanfälligkeit? Ja, aber der Nutzer muss sich auch selbst anstrengen, um sich überhaupt zu infizieren.

Wer derzeit mit einem Gerät mit MacOS arbeitet, muss also auch in Zukunft nicht zwingend ein Antivirenprogramm kaufen. Unter Windows hingegen lohnt sich eine Applikation dieser Art insbesondere für technisch unbedarfte Anwender, die auf ihre Weise einen Anteil zur Virenanfälligkeit beitragen.